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Veränderungen am Immobilienmarkt seit Corona – eine Analyse!

In der heutigen Analyse betrachten wir die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Immobilienmarkt. Ich werde mich dabei auf die Entwicklungen am Markt für Wohnungen fokussieren, der Häusermarkt wird in der nachfolgenden Auswertung nicht berücksichtig.

Auswirkungen auf die Anzahl der Inserate

Beim täglichen Blick in die ThinkImmo-Datenbank ist mir in den vergangenen Wochen aufgefallen, dass weniger Immobilien-Inserate online gestellt werden. Schauen wir uns hierzu die Anzahl der Inserate bei ImmoWelt an:

Anzahl Inserate / Woche (ImmoWelt)

Seit dem 02.03.2020 gibt es einen klaren Abwärtstrend. Betrachten wir die Durchschnittswerte der Monate vor Corona (3303 Inserate pro Woche) mit denen danach (1913 Inserate pro Woche), so ergibt sich eine Differenz von 1390 weniger eingestellten Inseraten pro Woche. Meine Vermutung zu den dahinterstehenden Gründen geht in die Richtung, dass Makler angesichts der Umstände momentan nur sehr eingeschränkt arbeiten können.

Auswirkungen auf den Kaufpreis

Zeigen sich durch die Corona-Krise ebenfalls Auswirkungen auf die Immobilien-Kaufpreise für Wohungen? Betrachten wir hierzu die Angebotspreise (nicht die Transaktiondaten) aller Wohnungs-Immobilien die auf ThinkImmo gelistet sind. Auf der unteren Grafik sehen wir den Kaufpreis/m²:

Kaufpreis/m2 in Deutschland

Für Deutschland sehen wir, anders als bei der Inserats-Anzahl, keine signifikate Veränderung. Betrachten wir nun einzelne Städte etwas genauer:

Kaufpreis/m2 in Berlin

In Berlin sehen wir auch keine ungewöhnliche Preisveränderung.

Kaufpreis/m2 in München

Und auch in München hat sich nicht wirklich etwas getan. Für die Analyse kleinerer Städte ist die uns zur Verfügung stehende Datenmenge noch zu gering.

Zwangsversteigerungen

Sehr wahrscheinlich wird sich bei ZVs noch nichts verändert haben. Um aber einen umfassenden Blick zu liefern möchte ich hier dennoch darauf eingehen:

Prozentualer Anteil an Zwangsversteigerungen

Wir sehen den prozentualen Anteil der Zwangsversteigerungen gemessen an allen Inseraten die online gegangen sind. Es gibt keine signifikante Veränderung.

Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich sagen, das es lediglich weniger Angebote auf den Plattformen gibt. Die Metriken haben sich ansonsten nicht aussagekräftig verändert. Das ist insgesamt nicht wenig überraschend. Der Immobilienmarkt hat allgemein eine geringe Volatilität und reagiert nur sehr langsam auf Veränderungen.

Spannend wird es, die Auswirkungen in den kommenden 3-6 Monaten zu beobachten. Beispielsweise wäre meine Annahme, dass Zwangsversteigerungen sich häufen werden und es generell zu einer leichten Preissenkung am Immobilienmarkt kommen wird. Wie hoch dieser ist, hängt natürlich stark davon ab, wie lange sich die Corona-Krise zieht.

Welche Auswirkungen habt ihr beobachtet? Lasst es mich wissen und schreibt es in die Kommentare 😉


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16 Antworten auf „Veränderungen am Immobilienmarkt seit Corona – eine Analyse!“

Danke, für die Einschätzung, ich denke jedoch für eine analytische Betrachtung ist das verfrüht. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise werden in ein paar Wochen durchschlagen. Da werden viele verkaufen müssen, was den Preis fallen läßt.

Hey Oliver 🙂 Bin da auch ganz deiner Meinung 😉 Ich werde diese Analyse nochmal in 3-4 Wochen wiederholen. Bin gespannt ob sich ein anderes Bild ergibt.
Generell denke ich aber auch – der Preis wird sicher fallen – egal wie. Da müsste die Wirtschaft jetzt schon sehr zügig wieder hochfahren.

Eine Zwangsversteigerung benötigt etwa ein Jahr Vorlaufzeit. Bis man da Auswirkungen sieht, dauert es also noch diverse Monate.

Ich beobachte, dass gerade hier in Würzburg viele Investoren, die auf möbilierten Wohnraum mit mehreren Wohnungen gesetzt haben, aktuell aufgrund des Leerstandes wegen den ausbleibenden Touristen Probleme haben. Diese Whg. wurden oft zu 100 % fremdfinanziert. Vor der Krise wurden diese Whg. erfolgreich über Airbnb vermietet. Jetzt werden diese teilweise verzweifelt mit fallenden Mieten auf diversen Plattformen den freien langfristigen Mietern angeboten.

Diese Entwicklung war zu erwarten, sie hat aber nur am Rande etwas mit Corona zu tun.

In den letzten Jahren haben vor allem Hobbyinvestoren versucht, den hohen Einkaufspreisen mit vermeintlich hohen Renditen aus Airbnb, WG, Monteurwohnungen, etc. ein Schnippchen zu schlagen.
Sie haben dabei nur allzu gerne auf die lauten Marktschreier gehört und völlig außer acht gelassen, dass der Ankauf ausschließlich auf Basis nachhaltig erzielbarer Mieten kalkuliert werden sollte.

Jetzt bricht ihnen ihr Markt weg und gleichzeitig fehlt der kalkulatorische Plan B – aber auch das ist Teil einer Marktbereinigung.

Die nächsten die es erwischt sind die Kapitalanleger im Bereich Microliving und Studentenapartements. Sobald dort die Spitzenmieten wegbrechen klappen die Mietpools zusammen.

Das kann ich auch bestätigen. Kenne jemanden der seine Wohnung auch noch teilweise bei Airbnb vermietet (nicht voll). Dem sind alle Einnahmen weggebrochen. Man rechnet nicht immer unbedingt damit in guten Zeiten bis es dann zu spät ist.
Umso mehr sollte man daraus lernen und für die Zukunft nachhaltig investieren.

Geschichte wiederholt sich – wir hatten das doch alles schon. Bauherrenmodelle in den 80ern, Sonder-AfA Ost in den 90ern, laufend das Thema Denkmalschutzabschreibung, etc.

Kapitalanleger sind Lemminge, die lieber der Masse nachlaufen als kritisch zu hinterfragen – und daran hat sich nichts geändert nur weil man sie auf facebook und Co nun “Investoren“ nennt.

Es bleibt die Hoffnung, dass diese Krise etwas in den Köpfen verändert – auch dieser Blog könnte seinen Beitrag dazu leisten.

Danke für deine wertvollen Beiträge hier! Finde ich wirklich super.

Stimme dir komplett zu!

Für mich ist es echt interessant zu sehen – ja ich habe auch schon eine Rezession mitgemacht (2009) – aber da war ich tatsächlich erst 20. Denke für viele die jetzt so um die 30 sind ist das die erste richtig erlebte Rezession 🙂 Für mich so wirklich neu – wenn auch natürlich nicht wirklich neu 😉

Anzahl Inserate,jetzt schon deutlich und wenn sie ein Jahr ansehen, Stellen sie fest, das 2020 ad Corona antizyklisch verläuft.

Kaufpreise werden sinken, Versteigerungen sinken, weil Gerichte keine Termine setzen.

Genau so wird es sein! Ich denke auch es ist eher eine temporäre Erscheinung mit dem Rückgang der Inserate – einfach dem geschuldet das viele Makler ihrer Arbeit nicht vernünftig nachgehen können und die Leute die ihre Wohnung halten können natürlich auch erstmal abwarten 🙂

Zwei weitere (und nicht nur Neubau-) Indikatoren:
NACHRICHTEN
Hausbauer beurlauben Tausende von Arbeitern
14. April 2020 | Von Neil Gerrard
http://constructionmanagermagazine.com./news/housebuilders-furlough-thousands-workers/
AIA-Umfrage: Architekturbüros für Wohngebäude sind von der Wirtschaftskrise COVID-19 schwer betroffen
http://constructionmanagermagazine.com./news/housebuilders-furlough-thousands-workers/
Hochlaufzeit… für D. bis EU/… ca. 3 bis 6 Wochen

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